Gute Leistung aber keine Überraschung in Wetzlar

Copyright: Armin Diekmann
Copyright: Armin Diekmann

Beim Auftritt bei Serienmeister RSV Lahn-Dill zeigten die 99ers eine ansehnliche Leistung und präsentierten sich phasenweise auf Augenhöhe mit einem der Aushängeschilder des deutschen Rollstuhlbasketballs. Am Ende musste man sich zwar mit 69:57 Punkten zufriedengeben, der Respekt vor der Teamleistung an diesem Samstagabend wurde den Spielern und Coach von vielen Seiten attestiert.

 

Die Partie begann wie viele es erwartet hatten - der RSV zog binnen drei Minuten mit 8:0 davon. Die Akteure der 99ers ließen sich von diesem Ansturm jedoch nicht weiter beeindrucken. Naohiro Murakami ließ mit einem schönen 3er- Wurf die ersten Punkte auf dem Kölner Konto erscheinen und auch in der Folge wurden über gut herausgespielte Spielzüge die nächsten Punkte gutgeschrieben. 

 

Bis zum Viertelende hatten die Gastgeber eine 14:9 Führung erspielt. Gleich nach Wiederanpfiff versenkte Naohiro ohne Bedrängnis, zum Unmut von Lahn-Dill Trainer Nikolai Zeltinger, seinen zweiten 3er zum 14:12 im Korb. In der Folge gelang es den 99ers immer wieder mit weiterhin guten Spielzügen die freistehende Mari Amimoto in Wurfposition zu bringen. Die zeigte auch mit gutem Zug zum Korb ihre Qualitäten und holte dabei in der Wurfaktion noch einen Bonuswurf heraus. Bis zum 22:19 in der 15. Minute blieben die Rheinländer dem Rekordmeister dicht auf den Fersen. Allerdings konnten die Gastgeber vor allem durch einen stark aufspielenden Thomas Böhme den Vorsprung bis zur Halbzeitpause wieder bis auf 34:24 erhöhen. 

 

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich dann ein für die Zuschauer mehr als tolles Spiel mit einem offenen Schlagabtausch, in dem das Team vom Kölner Headcoach Mathew Foden eine starke Leistung präsentierte. Dieses 3. Viertel ging zwar mit 20:19 erneut an den RSV aber die 99ers spielten nun auf Augenhöhe mit dem Ligaprimus. Jordan Bright und Akira Toyoshima zeigten eine sehr starke Partie und konnten mit ihrer Schnelligkeit in der Verteidigung die Angriffe der Wetzlarer stoppen. Gleichzeitig waren sie in der Offence mit jeweils 9 und 11 Punkten unter dem gegnerischen Korb erfolgreich. 

 

Mit einer 54:43 Führung der Hausherren ging es dann in den Schlussspurt. Wer nun dachte, die Partie sei gelaufen, sah sich im weiteren Verlauf getäuscht. Die 99ers, angetrieben von einer bärenstarken Helen Freeman, die das Kölner Spiel dirigierte, kamen die Rheinländer Minuten vor Ende bis zum 60:55 heran. Insbesondere Mareike Miller wurde von ihren Mitspielern in die gegnerische Zone gebracht und konnte meist nur durch Foulspiel aufgehalten werden. Dies nutze die Nationalspielerin dann auch dankend aus und erzielte 4 von 5 Freiwürfen im Schlussviertel. 

 

Das Momentum war nun eigentlich auf Kölner Seite aber die Mannschaft leistete sich in der Crunchtime ein paar überhastete Aktionen und musste so zusehen wie die Lahn-Diller dies mit ihrer Routine gnadenlos ausnutzten und auch dieses Viertel mit 15:14 für sich entschieden.

 

Die 99ers können jedoch mit dem Endergebnis von 69:57 gut leben, hatte man doch gerade in der zweiten Halbzeit mit einem der besten Teams in Deutschland mithalten können und eine erneute Leistungssteigerung präsentiert.

 

99ers Coach Mathew Foden zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Ich bin wirklich stolz auf mein Team heute. Wir haben uns an den Gameplan gehalten und, wie in allen bisherigen Spielen, vollen Einsatz gezeigt. Das war erst unser viertes Spiel der Saison und das zweite, bei dem wir alle Spieler dabeihatten, diese Leistung macht daher viel Lust auf das, was wir hier als Club gerade aufbauen. Beide Teams sind noch dabei neue Spieler zu integrieren und unsere Verteidigung hat es Lahn-Dill heute sehr schwer gemacht, ihren Rhythmus zu finden. Der Hauptunterschied heute war sicherlich die Trefferquote von 61% für Lahn-Dill und 41% für uns. Wir verbessern uns weiter von Spiel zu Spiel und nehmen jede Menge Selbstbewusstsein für das Pokalspiel gegen die Baskets 96 Rahden mit.“

 

In der nächsten Woche laufen nun die Vorbereitungen auf das Pokalwochenende im DRS Pokalwettbewerb, wo es den Bundesligakader der 99ers nach Hannover führt und die zweite Mannschaft als Regionspokalsieger NRW Gastgeber für die Teams aus Elxleben und Warendorf ist.

 

Für Köln spielten: Mareike Miller (6), Gabriel Kasapoglu, Jelle van der Steen, Helen Freeman, Naohiro (19/3), Lars Bergenthal (2), Jordan Luce, Akira Toyoshima (9), Mari Amimoto (10), Jordan Bright (11)