Drama auf dem Weg nach München mit Kölner Happy End

Kölner Topscorer: Mareike Miller - Copyright: Gero Müller-Laschet
Kölner Topscorer: Mareike Miller - Copyright: Gero Müller-Laschet

Die Köln 99ers machen in München einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt und trotzen beim 61:56 Auswärtssieg allen Widrigkeiten der letzten Woche.

 

Es war eine Woche voller Widrigkeiten, die die Kölner am Ende aber doch noch erfolgreich beenden konnten. Beim Auswärtssieg in München überzeugte vor allem Mareike Miller mit 25 Punkten in 40 Minuten Spielzeit und Coach Mathew Foden erlebte eine absolute Premiere – aber der Reihe nach.

 

Den Kölner Verantwortlichen war schon länger bekannt, dass Mari Amimoto dem Team aus der Domstadt beim Auswärtsspiel in München nicht zur Verfügung stehen würde. Amimoto vertritt ihr Land beim diesjährigen Osaka-Cup und wird erst nächste Woche zurück in Köln erwartet.

 

Zu Beginn der Woche mussten die Kölner die nächste Hiobsbotschaft hinnehmen: Jordan Luce laborierte an einer Handverletzung war für das Spiel in München ebenfalls fraglich, bis dann Ende der Woche die endgültige Absage für den Franzosen kam.

 

Zu allem Überfluss ereilte die Kölner am Freitagmorgen der nächste Schicksalsschlag: Naohiro Murakami musste aufgrund einer Fußverletzung sofort operiert werden. Der sympathische Leistungsträger der Kölner war somit kurzfristig der dritte Ausfall. Nach dem Abschied von Jordan Bright und Jelle van der Stehen in der kurzen Winterpause standen die Kölner nun plötzlich nur noch mit dem halben Kader vor den Toren Münchens.

 

Kurzfristig ergänzten die Kölner ihren Kader um #86 Michael Kloos, der sonst in der Regionalliga zum Einsatz kam und setzten Coach Mathew Foden für den Fall der Fälle ebenfalls auf die Meldeliste der Rollstuhlbasketball Bundesliga.

 

Die Kölner begannen ihr Gastspiel in München mit Miller, Toyoshima, Kloos, Bergenthal und Freeman und ließen sich von Beginn an nicht abschütteln. Nach einem 4:0 Vorsprung durch die Hausherren blieb man in Schlagdistanz und ging in der 8. Minute erstmals mit 8:6 durch Mareike Miller, die das Spiel komplett durchspielen sollte, in Führung. Bis zum Ende des ersten Viertels wurde die Führung nicht mehr abgegeben (13:11).

 

Im zweiten Spielabschnitt gelang es den Kölnern die Münchener weiter unter Kontrolle zu halten und die Führung weiter auszubauen. Mit Toyoshima und Miller hatte man heute zwei Spieler im Team, die absolut on Fire waren und am Ende auch mit 19 Punkten für den Japaner und 25 Punkten für die deutsche Nationalspielerin Topscorer werden sollten. Unterstützt wurden die Beiden dabei von der starken Britin Helen Freeman, die während des Spiels 12 Korbvorlagen verteilte und 8 Rebounds einsammelte.

 

Mit dem Halbzeitstand von 30:23 und einem leichten Polster ging es in das dritte Viertel, welches die Kölner ebenfalls mit 21:18 für sich entscheiden konnten und somit mit 10 Punkten Vorsprung in den letzten Spielabschnitt gehen konnten. Die kleine Sensation des Sieges beim bisherigen Tabellenfünften wurde langsam greifbar!

 

Zu Beginn des letzten Viertels warf München nochmal alles in die Waagschale und konnte mit zwei erfolgreichen Körben in Folge den Rückstand auf 6 Punkte verkürzen bevor Toyoshima sein Team wieder auf 8 Punkte Abstand nach vorne brachte. Beim Abstand zwischen 6 und 8 Punkten sollte es dann auch bis zum Spielende bleiben. Zwar gelang dem Münchener Capasso zwei Minuten vor Spielende noch ein erfolgreicher Dreipunktewurf, doch Köln rettete sich anschließend mit 5 Punkten Vorsprung über die Ziellinie.

 

Auf dem Weg dorthin kam es 25 Sekunden vor Spielende noch zu einer kuriosen Szene: Michael Koos (8 Punkte, 8 Rebounds) konnte das Spiel nicht beenden. Der Ersatz-Center der Kölner erlitt einen schweren Krampf, so dass das Trainer-Team schnell handeln musste. Assistant Coach Frederic Jäntsch übernahm die Rolle an der Seitenlinie und schickte Headcoach Mathew Foden aufs Feld. Foden schaffte es in den ersten 25 Sekunden seiner Karriere in der RBBL zwar nicht mehr auf den Statistikbogen, rundete aber eine verrückte Kölner Woche durch seinen Einsatz erfolgreich ab.

 

Der in Köln gebliebene Geschäftsführer der Kölner, Sedat Özbicerler, zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: „Es war – wie so oft in dieser Saison – keine einfache Woche für uns. Erst die Gewissheit, dass Jordan nicht spielen wird und dann die Hiobsbotschaft mit Naohiros Operation brachten uns mal wieder ordentlich durcheinander. Umso stolzer bin ich auf das gesamte Team, wie es diese schwierige Situation gemeistert hat und diesen wichtigen Sieg im Abstiegskampf erspielt hat!“